Ratgeber: Probefahrt mit dem Motorrad
2018-05-05 08:42:50

probefahrt motorradWer ein neues Motorrad kaufen möchte, der weiß, dass so ein Kauf nicht innerhalb von einer halben Stunde erledigt ist. Immerhin sollte man sich auf keinen Fall auf einen Deal ohne Probefahrt einlassen. Denn bei einer Probefahrt werden eventuelle Mängel deutlich und man erfährt, ob das Motorrad wirklich zu einem passt. Wir erklären dir, worauf du dabei achten solltest.  

Nach einer langen Suche hast du endlich dein Traum-Bike gefunden. Am liebsten würdest du es sofort abholen. Aber beim Motorradkauf ist eine Probefahrt unerlässlich. Auf diese Weise erkennst du, ob das Motorrad deinen Erwartungen entspricht oder ob es irgendwelche Mängel aufweist. Wir geben dir 10 wertvolle Tipps für deine Probefahrt.

Tipp 1: Wo kaufst du dein Motorrad?

Überlege dir vorher gut, wo du dein Motorrad kaufen möchtest. Wird es von einem seriösen Händler angeboten oder sogar einem Motorradhaus? Dann liegt der Kaufpreis zwar etwas höher, aber Serviceleistung und Garantie stimmen in der Regel. Motorradkauf ist Vertrauenssache. Und wenn doch etwaige Mängel nach dem Kauf auftreten sollten, ist es gut, eine gültige Garantie zu haben. Denn innerhalb der Garantiezeit werden diese Mängel, sofern sie nicht von dir selber hervorgerufen wurden, kostenlos behoben. Kaufst du das Motorrad hingegen von einem privaten Anbieter, ist es zwar günstiger aber du hast auch weniger Sicherheiten. In diesem Fall empfiehlt es sich, Augen und Ohren offen zu halten.

Tipp 2: Nimm jemanden mit zur Probefahrt

Kennst du jemanden, der Ahnung von Motorrädern hat? Das trifft sich gut, denn dann kannst du ihn fragen, ob er mit zur Probefahrt kommt, um vor Ort ein geschultes Auge auf das Bike zu werfen. Ein Bekannter aus der Kfz-Branche ist hier natürlich Gold wert, ebenso wie ein leidenschaftlicher Motorradfahrer mit vielen Jahren Erfahrung. Er sieht und hört sofort, was dir unter Umständen gar nicht auffällt. Ein Bruch im kabelbaum, ein veralteter Motorblock oder ein beschädigtes Zahnrad sind Mängel, die besser vor dem Kauf bekannt werden. Vielleicht darf dein Kompagnon ja auch ein Stück mit der Maschine fahren? Umso besser!

Tipp 3: Notiere dir vorher eine feste Route

E ist nie verkehrt, vor der Probefahrt eine geeignete Route zu planen. Dafür eignet sich die Umgebung des Verkaufsstandortes gut? Dann lege vorher alle Wege fest. Versuche, auf verschiedenen Strecken zu fahren. Dazu gehört nicht nur ein Stück Landstraße, sondern auch Autobahn – wenn möglich. Dann kannst du wenigstens einmal richtig Gas geben und sehen, wie sich das Bike verhält. Auch hier gilt: Sicherheit geht vor!

Tipp 4: Berufsverkehr vermeiden

Eine Probefahrt im Berufsverkehr ist alles andere als ideal. Die beste Zeit für eine Probefahrt ist bei ausreichend Licht und wenig Verkehr. Zwischen 10:00 und 14:00 Uhr hast du vier Stunden, um das Motorrad nach Absprache mit dem Verkäufer zu testen, ohne dass du dabei in Staus gerätst, die durch den Berufsverkehr hervorgerufen werden. Ein trockener Tag ist natürlich viel besser geeignet als ein regnerischer. Sollte das Wetter nicht mitspielen, verlege die Probefahrt lieber auf einen anderen Tag.

Tipp 5: Test im Stillstand

Vor der eigentlichen Probefahrt sollte ein Motorrad auch im Stillstand getestet werden. Jetzt kannst du den Verkäufer bitten, alle möglichen Details zu demonstrieren und Fragen zum Motorrad stellen. Bediene am besten auch selber alle Knöpfe und kontrolliere, ob alles funktioniert, wie es soll. Checke auch die Beleuchtung. Funktioniert alles? Dann setze dich auf das Motorrad und bewege es ein paar mal vor und zurück. Das sollte jetzt keine großartigen Geräusche hervorrufen. Ziehe die Bremsen und teste, ob die auch anschlagen. Das sollte zumindest der Fall sein, wenn du damit gleich eine Probefahrt machen möchtest. Auch der Motor sollte im Stillstand eine Runde laufen. Sind keine außergewöhnlichen Geräusche hörbar? Dann kann es gleich losgehen mit der Probefahrt!

Tipp 6: Die Fahrzeugpapiere

Auch wenn es eigentlich selbstverständlich ist, sei es hier nochmal explizit erwähnt: Überprüfe auf jeden Fall gründlich die Fahrzeugpapiere. Dazu zählen der Fahrzeugschein, der Fahrzeugbrief und ein Prüfbescheinigung plus Hauptuntersuchung. Gerne auch ein Service-Heft (oder Scheckheft) falls vorhanden. Für etwaige Extras muss eine Zulassungsbescheinigung vorliegen. Im Zweifelsfall kannst du dich mithilfe des Personalausweises des Verkäufers vergewissern, ob er/sie der tatsächliche Eigentümer des Fahrzeugs ist. Falls der Verkäufer vor der Probefahrt darauf besteht, mit dir einen kurzen Vertrag abzuschließen, wodurch du als Probefahrer bei einem Unfall haften würdest, solltest du dir diesen Vertrag vor der Probefahrt gründlich durchlesen und bei Bedarf prüfen lassen.

Tipp 7: Notiert zusammen die Defekte

Bevor du die Probefahrt antrittst, halte besser alle Schäden schriftlich fest. So kannst du nach der Fahrt nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Dazu zählen z.B. Kratzer im Lack, Dellen, Beulen und kaputte Schalter sowie kaputte Scheinwerfer. Alles was dir auffällt, schreibst du auf oder machst ggf. Fotos davon. Nicht sichtbare Schäden im Motorraum oder unter der Karosserie können bei der nächsten Werkstatt oder bei einer DEKRA- oder TÜV-Prüfstelle ermittelt werden. Die Kosten dafür liegen etwa bei 60,- €. Plane also einen Termin unter der Woche ein, damit du dort nicht vor verschlossener Tür stehst.
 
Defekte
 
Entdeckst du tatsächlich gravierende Schäden oder sogar Sicherheitsmängel? Dann sehe besser von einer Probefahrt ab. Abgefahrene Reifen oder eine defekte Rückleuchte können im Falle eines Verkehrsunfalls während der Probefahrt zu ungeahnten Problemen mit der Versicherung führen. Ganz zu schweigen von dem persönlichen Unfallrisiko!

8. Kaltstart

Es ist empfehlenswert, den Motor bei einer Probefahrt immer kalt zu starten. Er muss ungeachtet dessen einwandfrei anspringen. Sollte der Motor bereits warmgelaufen sein, entgehen dir mögliche Startprobleme. Falls der Verkäufer dir also anbietet, dich abzuholen, lehnst du besser ab und weist vor der Terminvereinbarung telefonisch darauf hin, dass der Motor kalt sein sollte.

9. Nimm dir Zeit

Für eine Probefahrt darfst du dir ruhig Zeit nehmen. Als grober Richtwert gilt mindestens eine halbe Stunde. Umso mehr Zeit du hast, desto besser. Diese sollte dir der Verkäufer auch unbedingt einräumen. Wenn er dich stattdessen unter Zeitdruck setzt, sollte dir das zu denken geben. Immerhin könnte er dadurch Fahrzeugmängel verbergen wollen. Mit mehr Zeit kannst du auch weitere Strecken zurücklegen.

10. Persönliche Checkliste

Fertige dir dein persönliche Checkliste an, die du vor und nach der Fahrt abhaken kannst. Auf der Liste kannst du vorab sorgfältig alle wichtigen Punkte notieren und zum Beispiel unterteilen in die Rubriken: Zustand von außen, Papiere, Elektronik und während der Probefahrt.
 
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